Oaxaca de Juárez liegt wunderschön gelegen in einem Tal der Sierra Madre del Sur, einem Gebirgzug, der sich über 1.000 Kilometer entlang der Pazifikküste von Mexiko vom Bundesstaat Michoacán bis Oaxaca erstreckt. Die Region kann auf eine reiche kulturelle Historie mit zahlreichen archäologischen Stätten der Zapoteken oder Mixteken zurückblicken. Heute ist der Tourismus ein wichtiger Wirtschaftsfaktor des Bundesstaates, der Kultur, Kulinarik und einzigartige Natur verbindet.
Inhaltsverzeichnis
Ein historischer Überblick der Region Oaxaca
Bereits vor Christus siedelten sich erste indigene Völker wie die Olmeken, später Zapoteken und Mixteken, im Umland der heutigen Hauptstadt des Bundesstaates an. 1486 errichteten die Azteken schließlich einen militärischen Außenposten, um den Handel in der Region zu kontrollieren, und nannten ihn Huaxyacac.
1521 erreichten die Spanier das Tal von Oaxaca und begannen mit dem Bau einer Stadt im kolonialen Stil. 1872 erhielt die Stadt den Namen „Oaxaca de Juárez“ in Anlehnung an den im selben Jahr verstorbenen Benito Juárez, der aus der Region stammt und über 14 Jahre lang mexikanischer Präsident war. 1972 erfolgte die Aufnahme des historischen Stadtzentrums in das UNESCO Weltkulturerbe.
Sehenswürdigkeiten in Oaxaca
Oaxaca ist eine übersichtliche Stadt. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Oaxacas könnt ihr an ein bis zwei Tagen erkunden.
Templo de Santo Domingo de Guzmán
Die Kirche Santo Domingo de Guzmán ist eines der beeindruckendsten Bauten in der Altstadt von Oaxaca de Juárez. Sie wurde ab dem Jahr 1575 vom Dominikanerorden erbaut und diente bis 1857 als Klosterkirche. In der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts wurde die Kirche umfassend restauriert.
Speziell abends und an Wochenenden findet vor der Kirche ein reges Treiben statt, wenn Kleinkünstler ihre Talente zeigen oder traditionelle Hochzeitszüge durch die Straßen ziehen.
Museo de las Culturas de Oaxaca & Jardín Etnobotánico de Oaxaca
Direkt neben der Kirche, in den ehemaligen Räumen des Dominikanerklosters, befindet sich heute das Museo de las Culturas, in dem zahlreiche Artefakte aus teils präkolonialer Zeit und Ausstellungen über die Region Oaxaca zu finden sind.
Im Garten des Klosters befindet sich der ethnobotanische Garten, in dem zahlreiche typische Pflanzen aus Oaxaca zuhause sind.
Plaza de La Constitución
Das Herzstück der Stadt ist der Plaza de la Constitución beziehungsweise Zócalo, der von zahlreichen Restaurants, Cafès und Kunsthandwerk umgeben ist. Speziell am Abend ist hier ein reges Treiben, untermalt von mexikanischer Musik und bunten Farben.
Catedral Metropolitana de Oaxaca Nuestra Señora de la Asunción
Über den Zócalo ragt die Kathedrale von Oaxaca. Mit dem Bau wurde bereits in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts begonnen, die Weihe erfolgte jedoch erst 100 Jahre später, da die Kathedrale immer wieder von Erbeben beschädigt wurde. Auch in den folgenden Jahrhunderten machten Erdbeben immer wieder Erneuerungen notwendig.
Basílica de Nuestra Señora de la Soledad
Am Plaza de la Danza, direkt neben dem Rathaus von Oaxaca, steht die Kirche, die der Jungfrau der Einsamkeit gewidmet ist, die auch Schutzpatronin der Stadt ist. 1959 erhielt die barocke Kirche zudem den Titel einer Basilica minor.
Märkte von Oaxaca
In der Altstadt von Oaxaca gibt es zahlreiche Märkte, in denen ihr Handwerkskunst, Souvenirs und typische kulinarische Spezialitäten der Region finden könnt. Unweit des Zocalós befinden sich zum Beispiel der Mercado Benito Juárez, der Mercado 20 de Noviembre und der Mercado de Artesanias, die zum Schlendern und Stöbern einladen.
Kulinarik in Oaxaca
Die Stadt und der Bundesstaat Oaxaca sind mittlerweile weltweit für ihre kulinarischen Spezialitäten bekannt. Auch im Guide Michelin werden zahlreiche Restaurants empfohlen. Eine Reise nach Oaxaca lohnt sich somit schon alleine wegen der Küche.
Mole
Oaxaca gilt als die Mole-Hauptstadt Mexikos und ist berühmt für seine „sieben Moles“ (Siete Moles), von denen jeder eine eigene Farbe, Zutatenmischung und Geschmacksrichtung hat. Am bekanntesten ist die Mole Negro, eine tiefdunkle, komplexe Sauce aus verschiedenen Chilis, Gewürzen, Nüssen und Schokolade.
Tlayudas
Oft als „mexikanische Pizza“ bezeichnet, ist die Tlayuda eine große, knusprige Maistortilla, die zum Beispiel mit Bohnenmus, Käse, Kohl, Avocado und wahlweise Fleisch belegt wird.
Chapulines
Geröstete Grashüpfer, gewürzt mit Chili, Knoblauch und Limette, sind eine traditionelle Proteinquelle mit langer Geschichte in der Region. Sie schmecken knusprig-würzig und werden pur als Snack, als Topping auf Tacos oder sogar in Guacamole serviert.
Mezcal
Dieser rauchige Agavenschnaps ist das Nationalgetränk Oaxacas und unterscheidet sich vom bekannteren Tequila durch die traditionelle Herstellung: Die Agavenherzen werden in unterirdischen Gruben über Holzkohle geröstet, was dem Mezcal sein charakteristisches Raucharoma verleiht. Um Mezcal zu probieren, könnt ihr entweder direkt zu den Herstellern rund um die Stadt fahren oder eine Verkostung in einer der zahlreichen Mezcalerias machen.
Tejate
Dieses erfrischende, leicht schäumende Getränk hat seine Wurzeln in der präkolumbianischen Zeit und wird aus Maismehl, Kakao, gerösteten Kakaokernen und der Blüte des Mamey-Baums zubereitet. Serviert wird es traditionell in bemalten Kalebassenschalen.
Tipps für eure Unterkunft
In Oaxaca habt ihr eine große Auswahl an Unterkünften. Da die meisten Sehenswürdigkeiten im historischen Zentrum fußläufig erreichbar sind, ist es jedoch sinnvoll, auch eine Unterkunft im Zentrum der Stadt zu suchen. Auswahl gibt es genug. Unser Airbnb lag 5 Minuten vom Templo de Santo Domingo de Guzmán entfernt und für uns perfekt gelegen.
Ausflugsziele rund um Oaxaca de Juárez
Wenn ihr mehrere Tage in Oaxaca seid, solltet ihr auch ein bis zwei Tagesausflüge in das Umland einplanen.
Monte Albán
Nur wenige Kilometer westlich des Zentrums von Oaxaca Stadt thront die ehemalige Zapotekenstadt auf dem Monte Alban. Neben den eindrucksvollen Ruinen bietet die antike Ausgrabungsstätte einen tollen Blick auf die Berge rund um die Stadt Oaxaca.
Ihr könnt auf eigene Faust auf den Berg fahren oder ihr erkundet Monte Albán im Rahmen einer Tour. Wir empfehlen euch, Monte Albán bereits am Vormittag zu besuchen. Zum einen ist es morgens nach der Öffnung noch nicht so voll und zum anderen gibt es wenig Schatten, sodass die Temperaturen zu dieser Tageszeit wahrscheinlich angenehmer sind.
Hierve el Agua
Hierve el Agua ist ein besonderes Naturphänomen, das durch das Fließen von kohlensäurehaltigem Wasser über die Felsen entstanden ist. Dadurch haben sich Ablagerungen gebildet, die wie ein weißer, versteinerter Wasserfall erscheinen.
Auch für Hierve el Agua können wir euch eine Tour empfehlen. Von Oaxaca City aus gibt es Tagestouren, die euch neben den Wasserfällen auch zu den beiden folgenden Ausflugszielen sowie einer traditionellen Mezcal-Distillerie und regionalen Teppichmachern führen.
Mitla
Neben Monte Alban ist Mitla die wohl bedeutendste archäologische Stätte in Oaxaca. Einst von den Zapoteken gegründet, wurde die Stadt später von den Mixteken kontrolliert. Heute finden sich Einflüsse beider Völker in den noch gebliebenen Gebäuden. Ein Teil der Stadt wurde im 16. Jahrhundert von den Spaniern zerstört oder beschädigt.
Árbol del Tule
In Santa María del Tule befindet sich eine Zypresse, die mit einem Durchmesser von über 14 Metern als dickster Baum der Welt gilt. Mit viel Fantasie lassen sich am Stamm und an den Ästen verschiedene Tierformen erkennen.
Oaxaca - und dann?
Wenn ihr aus Richtung Norden kommt, solltet ihr auf jeden Fall die Pazifikküste von Mexiko im Bundesstaat Oaxaca erkunden. Diese wird zwar mehr und mehr touristisch erschlossen, ist jedoch noch deutlich natürlicher als beispielsweise die Golfküste von Mexiko rund um Cancún. Beliebt sind zum Beispiel Huatulco, Puerto Escondido oder Mazunte.
Solltet ihr in Oaxaca starten, lohnt sich auch der Weg weiter in den Norden. Bis Puebla, dessen Altstadt ebenfalls zum UNESCO Weltkulturerbe gehört, sind es etwa 5 Stunden mit dem Bus. Noch etwa 2,5 Stunden mehr und ihr erreicht die Hauptstadt des Landes, Mexiko-Stadt.
